Metall-Tarifrunde - Wir sind Streikbereit!

Warnstreiks im Ennepe-Ruhr-Kreis. Die Kampfbereitschaft der Kolleginnen und Kollegen für die volle Durchsetzung der Tarifforderungen wächst. 6 % mehr Lohn und weitere Arbeitszeitverkürzung. Am 9. Januar streikten in Witten über 200 und in Gevelsberg über 1.600 Kolleginnen und Kollegen für die Forderungen. In Gevelsberg zogen die Streikende durch die Innenstadt zum Vendomer Platz und unterstrichen lautstark ihre Streikbereitschaft.
Metall-Tarifrunde  -  Wir sind Streikbereit!

Metaller - Demo in Gevelsberg am 9. Januar

Rote Fahne News berichtet am 18.1. über die bundesweite Streikwelle:

IG-Metall-Tarifrunde - größte Warnstreikwelle seit Jahren - Verhandlungen vertagt

Die Tarifrunde für die Metall- und Elektroindustrie ist im vollen Gange. Entsprechend viele, gute und kämpferische Warnstreikaktionen sind aktuell im Gange.

IG-Metall-Tarifrunde - größte Warnstreikwelle seit Jahren - Verhandlungen vertagt Der kämpferische Demozug der Opelaner (rf-foto)

Parallel dazu gingen die Verhandlungen auch heute weiter - in Bremen. Dort kam es am Morgen auch zur größten Warnstreik-Welle in der Metall- und Elektroindustrie seit mindestens zehn Jahren. Allein im Bremer Mercedes-Werk streikten 5.000 Arbeiterinnen und Arbeiter. Insgesamt 2.000 machten sich im Schneeregen auf den Weg in die Vahr. Auf der anderen Seite machten sich bei Siemens an der Uni 1.000 Metaller auf den Weg durch Horn in die Vahr. Im Anschluss fand die dritte Verhandlungsrunde statt - sie ging ergebnislos auseinander. Jetzt soll am 25. Januar in Hamburg weiter verhandelt werden.

MLPD ist kämpferischer Kern

Ein kämpferischer Kern der Aktionen ist die MLPD. So berichtet ein Korrespondent aus Hannover: "Das aktuelle Flugblatt der MLPD und die Rote Fahne trafen den Nerv. Die Kollegen wollen die vollen 6 Prozent mehr Lohn und auch die Arbeitsverkürzung, weil es der Lebenssituation von vielen entspricht, wenn sie familiäre Verpflichtungen haben". Ein ähnliches Bild ergibt sich bei Daimler in Untertürkheim: "Auch die MLPD war vertreten und trug zu der kämpferischen und auch politisierten Stimmung bei. 'Richtig streiken ist unsere Antwort auf den schärferen Kurs von Konzernen und Regierung', 'Wir brauchen Kampferfahrungen für härtere Zeiten' - das kam an und regte zu weitergehenden Gesprächen an. Dabei waren auch die 30-Stunden-Woche-Buttons der Internationalen Arbeiterkoordination ein gutes Mittel, sich auf den Kampf einzustellen: gegen den drohenden kapitalistischen Personalkahlschlag im Zuge der Elektromobilität." Aus Bremen wird berichtet: "Manche sagten zwar: 'Der Sozialismus ist doch auch gescheitert', interessierten sich dann aber doch dafür, welche Lehren die MLPD aus dem Verrat am Sozialismus gezogen hat und wollten weitere Informationen über den Aufbau der revolutionären Arbeiterpartei MLPD."

 

Zu Warnstreiks kam es in den letzten Tagen auch an verschiedenen Siemens-Standorten. Die Streiks standen auch im Zusammenhang mit der geplanten massenhaften Vernichtung von Arbeitsplätzen durch das Siemens-Management um Chef Joe Kaeser.

Solidarität mit den Werken Görlitz, Erlangen und München

Fast 60.000 Metallerinnen und Metaller waren in einer Woche in Warnstreiks im Bezirk Mitte, wird aus Frankfurt/M. und Offenbach berichtet. Kolleginnen und Kollegen fuhren am 16. Januar in einem Autokorso vom Siemenswerk in Offenbach zum gemeinsamen Warnstreik. Die Kolleginnen und Kollegen brachten selbstgemalte Plakate für die Werke in Görlitz, Erlangen und München mit und gegen die Angriffe von Joe Kaeser auf die Arbeitsplätze. So waren über 400 Kolleginnen und Kollegen dann vor dem Tor und die Stimmung war kämpferisch und selbstbewusst.

 

Am 17. Januar fand in Erlangen beim Siemens Bereich Medizintechnik ein einstündiger Warnstreik mit Kundgebung statt. Es nahmen ca. 400 Kolleginnen und Kollegen teil. Auffallend war die zahlreiche Teilnahme von vielen Jugendlichen und Jugendvertretern.

6.000 Kolleginnen und Kollegen von Opel Rüsselsheim

Kampfbereitschaft auch bei der Belegschaft von Opel in Rüsselsheim. Ein Demozug marschierte gestern durchs Werk und zog aus dem Tor 45 in einer kurzen, kämpferischen Demo vor das „Adam-Opel-Haus“. Auf Transparenten und Schildern wurde die Übernahme von Leiharbeitern und Azubis gefordert, ebenso die Durchsetzung der 6-Prozent-Forderung. Viele nahmen das MLPD Flugblatt „Tarifrunde Aktuell 3“ und lasen es interessiert, einzelne kauften das ROTE FAHNE- und das REBELL-Magazin. Unangefochten flatterte die MLPD-ICOR Fahne gut sichtbar über den Kollegen auf dem Kundgebungsplatz. Keine andere Organisation trat mit Flugblättern oder Fahnen auf.

 

Starke Beteilung von Jungfacharbeitern (rf-foto) Starke Beteilung von Jungfacharbeitern (rf-foto)

In Kürze

  • Zirka 6.000 Kolleginnen und Kollegen waren gestern in Rüsselheim beim Warnstreik
  • Das MLPD-Tarifflugblatt "Tarifrunde aktuell" fand überall guten Anklang
  • Rechte IG-Metall-Spitze und Monopolpolitiker versuchten zu beschwichtigen

Im Unterschied zum letzten Tarifrunden-Warnstreik bestimmten diesmal, neben dem Betriebsrats-Vorsitzendem Wolfgang Schäfer-Klug und dem IG-Metall-Vorsitzenden, Vertreter der bürgerlichen Parteien die Rednerliste.

Buhrufe für Volker Bouffier

Der hessische Regierungschef Volker Bouffier (CDU) erntete zu Recht Buhrufe. Wortradikal versuchte er sich dann als Freund der Opel-Kolleginnen und Kollegen anzubiedern: „Nur wenn es Opel gut geht, geht es auch Hessen gut“, deshalb würde er Tag und Nacht für die Arbeitsplätze der Opelaner in Verhandlungsbereitschaft sein. Mit der gleichen Argumentationsmasche hatte Bouffier den Verkauf von Opel an PSA begrüßt. Es stimmt eben nicht, dass Politiker vom Schlag eines Bouffier sich um Arbeitsplätze sorgen. Das Beispiel der ehemaligen NRW-Landeschefin Hannelore Kraft (SPD) zeigt, dass sie schlussendlich keinen Finger für die Rettung der Arbeitsplätze von Opel Bochum krumm gemacht hat. Zu Recht wurde sie abgewählt. Im weiteren wartet dann meist ein gut dotiertes Plätzchen im Aufsichtsrat eines Monopols.

 

Mit auffällig dünnem Applaus wurde nach Bouffier der hessische SPD-Chef Wolfgang Schäfer-Gümbel begrüßt. Natürlich seien auch er und die SPD Tag und Nacht im Einsatz für die Opel-Kollegen. Wer es glaubt.

Applaus für kämpferische Passagen

Applaus gab es für kämpferische Passagen, wie: „Es gibt keine streikfreien Räume geprägt durch Leiharbeit“. Der Betriebsratschef Wolfgang Schäfer-Klug  appellierte an PSA: "Jeder Arbeitsplatz habe ein Gesicht, das müsse PSA klar gemacht werden". Wohl gemerkt: Das ist derselbe Wolfgang Schäfer-Klug, der bei Betriebsversammlungen gegen kämpferische Kolleginnen und Kollegen hetzt. Bleibt zu hoffen, das ihn jemand bei der nächsten Betriebsversammlung an seine Aussagen erinnert.

 

Der IG-Metall-Bevollmächtigte Homburg beendete um ca. 11 Uhr die Warnstreikaktion, die bis 11.30 Uhr angemeldet sei, „damit alle rechtzeitig an die Arbeitsplätze kämen“. Erfolge erreicht man aber nicht durch "zurück an die Arbeitsplätze", sondern nur durch harten Arbeitskampf und Streik.

MLPD Ennepe-Ruhr
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