Corona-Pandemie: Stoppt die dritte Welle! Echter Lockdown sofort!

Am 17. Februar 2021 wurde die Öffentlichkeit von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) informiert, dass bereits 22 Prozent der Corona-Neuerkrankungen auf die gefährlichen Mutationen zurückzuführen sind. Zwei Wochen vorher waren es noch 6 Prozent. Seit heute steigen die Infektionszahlen wieder.

Mutationen werden mit normalen Tests nicht erkannt, nur mit Genomanalysen. Doch das Robert-Koch-Institut hat viel zu spät reagiert und die Mutanten bisher kaum überwacht, weshalb von einem höheren Anteil ausgegangen werden muss. Dafür spricht, dass zwischen dem 11. und dem 18. Februar die Inzidenzzahlen nur von 10237 auf 10207 gesunken sind, was dem höheren Ansteckungswert der Mutationen entsprechen würde.

Fakt ist, dass in allen 16 Bundesländern Mutationen registriert wurden. Man muss realistisch von der Gefahr ausgehen, dass diese in kurzer Zeit die Oberhand gewinnen werden. Eine dritte Welle der Pandemie baut sich mächtig und gefährlich auf und wird, wenn nicht umgehend wirksame Maßnahmen ergriffen werden, über die Bevölkerung mit voller Wucht hereinbrechen.

Eine wesentliche Ursache dafür ist, dass seit November die Betriebe unbehelligt weiter produzieren. Der Corona-Ausbruch mit einer Inzidenz von 185 (!) ist laut dem Leiter der Landesmeldestelle Schleswig-Holstein auf die Vermittlung von Beschäftigten einer Leiharbeitsfirma in mehrere größere Betriebe zurückzuführen. Dies zeigt, wie richtig die MLPD mit ihrer Forderung nach einer Schließung der Industriebetriebe liegt! Ihre systematischen Recherchen in den letzten Wochen zeigen, wie sehr diese zu Corona-Hotspots werden können. Auch in der Osnabrücker Eisfabrik Froneri hatten sich 200 der 800 Beschäftigten angesteckt. Doch „regelmäßige Kontrollen in solchen Betrieben seien nicht möglich. Die Hygienekonzepte würden von den Behörden nicht überprüft“ teilte der zuständige Gesundheitsdienst dem NDR Niedersachsen mit. Die Firma behauptet, sie habe ein korrektes Hygienekonzept.

In Flensburg wurden keine rechtlichen Konsequenzen für die Personalvermittlungsfirma und die betreffenden Betriebe bekannt, dafür wurde der Lockdown für die Bevölkerung noch weiter verschärft. Ab dem heutigen Samstag, dem 20. Februar, darf sich dort niemand mehr mit jemand außerhalb der Familie treffen. Das ist unverantwortlich besonders gegenüber allein lebenden Menschen. Die MLPD tritt dafür ein, dass soziale Kontakte unter strengen Gesundheitsschutzmaßnahmen gewährleistet werden. Sie ist auch der Auffassung, dass die individuelle Freiheit zurückstehen muss gegenüber dem Gesundheitsschutz der gesamten Bevölkerung. Die Mehrheit der Bevölkerung ist diszipliniert und solidarisch. Die bürgerlichen Krisenmanager täten gut daran, im Vertrauen auf die Massen deren Vorschläge ernst zu nehmen.

Die großen Einzelhandelskonzerne wie Breuninger oder KiK fordern jetzt vehement Öffnungen. Um die Zustimmung der Bevölkerung dafür zu bekommen, werden kleine Einzelhändler vorgeschoben, die kurz vor dem Ruin stehen. Christoph Werner, Chef der Drogeriemarktkette DM, gießt Öl ins Feuer. „Wir werden nicht gehört“ behauptet er, obwohl seine Drogeriemärkte die ganze Zeit geöffnet hatten.

Derweil laufen auch Kitas Gefahr, Treiber der dritten Welle zu werden. Mutationen gab es z.B. in Freiburg, Bad Ems, Dortmund, Frankfurt, Ahlen und vielen weiteren Städten. Augen zu und durch scheint sich der sächsische Ministerpräsident Kretschmer (CDU) zu denken. Denn in Sachsen sind die Kitas und Grundschulen im Regelbetrieb seit dieser Woche geöffnet, ohne Abstandsregel und Maskenpflicht. Anfang März, so sagte er, werde man sehen, welche Auswirkungen die Öffnungen haben werden. Es gäbe keine Garantie, aber der Versuch sei wichtig“. Versuch und Irrtum – dieser positivistische Umgang mit der Gesundheit der Bevölkerung kalkuliert bewusst die Menschen als Versuchskaninchen ein. Auch in den meisten anderen Bundesländern gibt es fahrlässige Öffnungskonzepte nach dem Motto, wir probieren es halt mal.

Damit muss unbedingt Schluss gemacht werden. Nicht „auf Sicht fahren“, sondern Weitblick ist gefordert! Die MLPD fordert einen sofortigen und konsequenten harten Lockdown über einen Zeitraum von etwa drei Wochen mit Schließung aller nicht lebensnotwendigen Produktionsbetriebe und Betriebsferien für die ganze Republik. Die Inzidenz muss unter zehn gedrückt, die Nachverfolgungskette wieder ermöglicht werden und mit breitester Impfung dann immunisiert werden.

  • Beibehaltung der Schließungen im Einzelhandel bei sofortiger unbürokratischer Auszahlung der Überbrückungsgelder
  • Schließung sämtlicher Schulen und Kitas und Betreuung in kleinen Gruppen durch Fachpersonal mit Unterstützung von Familienmitgliedern, Lehramtsstudierenden usw.
  • Gewährleistung sozialer Kontakte sowie Sport und Erholung unter strikter Einhaltung des Gesundheitsschutzes.

Diese Forderung findet zunehmend Anklang in den Betrieben und Wohngebieten und muss unbedingt auch mehr Verbreitung unter Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern finden. Der von Anfang an realistische Karl Lauterbach rechnet mit der dritten Welle im März mit den Mutationen aus Großbritannien und Südafrika und der Kombination von beiden. Er meint, es liege „an uns“ wie stark sie sein wird. Das ist ein Wort! Echter Lockdown sofort!

Den gibt es nicht kampflos. Es ist richtig, wenn sich die Arbeiter in den Industriebetrieben an die Spitze stellen und dafür Kampfmaßnahmen durchführen.

Sich entwickelnde gewerkschaftliche Initiativen, die sich für einen richtigen Lockdown einsetzen, sind zu begrüßen.

 

Siehe auch Korrespondenz aus dem Betrieb: "Ein konzentrierter Lockdown ist richtig ..." (20. Februar 2021)

MLPD Ennepe-Ruhr
  • Kontakt über:
  • Heinz Vöhringer
  • Voedestrasse 32
  • 58455 Witten
  • Tel.: 02302/1691458
  • e-mail: witten@mlpd.de

  • Jakobus Fröhlich
  • Königsteiner Strasse 18b
  • 45529 Hattingen
  • Tel.: 02324/53139