DEW-Beschäftigte - STAHLTARIFRUNDE: Bereit für Streik!

Nachdem schon Mittwoch letzte Woche 900 Edelstahlkocher für 5 Stunden die Arbeit niederlegten und durch die Stadt auf den Rathausplatz demonstrierten, haben heute wiederum mehrere hundert Beschäftigte im Werk der Arbeit niedergelegt und gegen das provokative Angebot der Stahl-Bosse protestiert. Wir sind Streikbereit! war der klare Tenor. Jetzt kommt es darauf an diesen Streik tatkräftig vorzubereiten.
DEW-Beschäftigte - STAHLTARIFRUNDE:  Bereit für Streik!

DEW Warnstreik am 14.6.

Seit Ende der Friedenspflicht am 1. Juni 2022 hat die IG Metall 74 Warnstreiks in ganz Deutschland durchgeführt. Die Kolleginnen und Kollegen sind fest entschlossen, die Forderung von 8,2% Erhöhung der Stundenlöhne durchzusetzen! Es gibt eine größere Beteiligung als bei den vergangenen Tarifrunden.

Etwa 900 Kolleginnen und Kollegen der Deutschen Edelstahlwerke aus Witten waren es am Mittwoch. Mit einer kämpferischen Demonstration vom Werk bis zum Rathausplatz skandierte vor allem die Jugend mit brennenden Bengalos: „Was wollen wir? 8,2 Prozent!“

Letzte Woche war größte Warnstreik bei tkSE Duisburg Hamborn/Beeckerwerth mit ArcelorMittal Duisburg mit über 3.000 Teilnehmern und Teilnehmerinnen an Tor 1. Selbstbewusst wurden die Anlagen runtergefahren und wurden verschiedene Demozüge nach Tor 1 organisiert. Dabei schallte es über den Platz „Bereit für Streik“. Alle 47 Betriebe des Tarifgebiets waren seit dem 1. Juni in die Warnstreiks einbezogen worden. Die Empörung über das provokative „Angebot“ einer 2100-Euro-Einmalzahlung der Stahlkapitalisten war überall groß. Haben die Stahlarbeiter doch bereits seit 2019 keine prozentuale tabellenwirksame Lohnerhöhung mehr erhalten; und in den letzten Wochen sind die Profite der Stahlkonzerne sprunghaft gestiegen. Mit einer Forderung von 8,2 Prozent liegt diese gerade mal im Bereich der offiziellen Teuerungsrate, so dass ihre volle Durchsetzung für die Stahlarbeiter und ihre Familien bereits Reallohnabbau bedeutet. Entsprechend griffen immer wieder größere Gruppen den Spruch von tkse-Vertrauenskörper-Leiter Klaus Wittig „8,2 Prozent – oder die Hütte brennt!“ auf und unterstützten so lautstark die Redner.

Die MLPD beteiligte sich und überbrachte die Solidarität. In vielen Gesprächen kam man schnell auf die wachsende Kriegsgefahr, auch wenn die akute Weltkriegsgefahr von vielen noch nicht gesehen wird, machen sie sich große Sorgen. Die Mehrheit ist für den sofortigen Stopp des Kriegs in der Ukraine und gegen Putin. Genauso aber auch gegen die NATO als Hauptkriegstreiber. Sie sehen, dass die Konzerne Gewinne machen und die Kriegslasten über die steigende Inflation und Preise auf sie abgewälzt werden. Genau deswegen wollen sie auch die Forderung durchsetzen und betonen, dass ein Lohnnachschlag auch noch notwendig ist. Und der ist jetzt notwendig! Auch bei voller Entfaltung der gewerkschaftlichen Kampfkraft für die volle Durchsetzung der 8,2 Prozent Lohnerhöhung zieht sich das hin, bis es einen Abschluss in der Tarifrunde geben wird. Die Inflation frisst aber jetzt Löcher in das Familienbudget. Den Lohnnachschlag brauchen wir unter anderem für den dringend notwendigen Urlaub mit der Familie oder damit die Kinder aufs Sommercamp fahren können.

Der Verhandlungsführer der Stahlkonzerne Fuhrmann meinte in der letzten Verhandlungsrunde noch provokativ, dass die IG Metall nicht in der Lage sei, die Kollegen zu mobilisieren. Doch das Gegenteil ist der Fall. Die Kollegen wollen die Forderung durchkämpfen. Beifall bekamen der Betriebsratsvorsitzende Tekin Nasikkol und der IG-Metall-Vorsitzende Jörg Hofmann für ihre Ansage, dass der nächste Schritt Urabstimmung und Streik sein werden. Nasikkol begründete, die Forderung „sei mehr als berechtigt“, gerade weil die Preissteigerung und Inflation noch viel höher sind. Dies führt auch in vielen Gesprächen dazu, dass die Kollegen zusätzlich einen Lohnnachschlag brauchen.

Christiane Benner, 2. Vorsitzende der IG Metall stellte in Witten klar: „Wir lassen uns diese Tarifrunde nicht mit einer Einmalzahlung abkaufen!“ Sie griff das Gewinnstreben in der gegenwärtigen Situation mit dem Krieg in der Ukraine an und appellierte an Putin, den Krieg sofort zu stoppen. Die Kampfbereitschaft drückte sich auch in der Kritik an der offiziellen Losung: „Bereit für Streit“ aus. „Was soll das?“, so ein Kollege. „Ich will nicht streiten, sondern für die 8,2 Prozent streiken!“

Sehr deutlich machten die Azubis, die aufzeigten, dass die meisten ein eigenständiges Leben führen und kaum noch die Rechnungen bezahlen können. Weswegen die 8,2% auch für die Azubis durchgesetzt werden müssen. Sie machen heute zur 3. Verhandlung in Düsseldorf auch eine Jugendaktion vorm Verhandlungslokal. Wenn die Stahlkonzerne die Forderung nicht erfüllen, wird die Tarifkommission morgen die nächsten Warnstreiks für Montag beschließen.

Diese werden jetzt schon vorbereitet. Gestern wurde bei tkSE Duisburg  von 12:00-14:00 Uhr alle Autotore bestreikt und blockiert, als Vorbereitung für einen richtigen Streik.

 

Die MLPD Ennepe-Ruhr brachte letzte Woche einen Extra-Flyer zur Tarifauseinandersetzung raus:

Dieser ist hier downzuloaden!