Gedenken - 101 Jahre Rote Ruhrarmee und Märzkämpfe

"Im Kampfe für die Freiheit gefallen - Das Leben nahmen sie, aber nicht den Geist!" -- So die Grabinschrift von Josef Patocki und Karl Pracht an der Grabstätte von 2 gefallenen Rotarmisten auf dem Städtischen Friedhof in Witten-Heven, Steinhügel, Billerbeckstraße. Am Samstag den 13. März um 15.00 lädt dort AUF-Witten im Auftrag des Veranstalterkreises - wozu auch MLPD und REBELL Ennepe-Ruhr gehören - zu einer Gedenkfeier ein. Alle Interessierten sind herzlich eingeladen.
Gedenken - 101 Jahre Rote Ruhrarmee und Märzkämpfe

Logo vom letzten Jahr anlässlich 100 Jahre Rote-Ruhrarmee

Vor 101 Jahren gelang es einer antifaschistischen Einheitsfront, einen Militärputsch, den sogenannten Kapp Putsch niederzuringen. Arbeiter und Angestellte in ganz Deutschland traten in den Generalstreik.

Im Ruhrgebiet bewaffneten sich 100.000 vor allem junge Berg- und Stahlarbeiter und besiegten als Rote Ruhrarmee die Freikorps, die das Hakenkreuz am Stahlhelm trugen.

Am Gedenkstein für die in diesem Kampf gefallenen Wittener Josef Patocki und Karl Bracht erinnern wir an diese Vorgänge und ziehen Lehren für den heutigen Kampf gegen die Rechtsentwicklung.

Vor 101 Jahren:

Erfolgreiche Märzkämpfe gegen faschistischen Kapp-Putsch

In den Märztagen vor 100 Jahren gelang es einer antifaschistischen Einheitsfront mit der Arbeiterbewegung als Kern, den faschistischen Militärputsch unter Führung von Wolfgang Kapp und General Walther von Lüttwitz niederzuringen.

Eines der bedeutendsten Kapitel in der Geschichte der Arbeiterbewegung Deutschlands wird heute diffamiert, verzerrt oder totgeschwiegen. Denn die führende Rolle revolutionärer Kräfte und der Arbeiterbewegung im Kampf gegen die drohende faschistische Diktatur widerlegt die antikommunistische Gleichsetzung von rechts und links. Die Mitglieder der KPD standen damals in der ersten Reihe.

Die Geldgeber und Hintermänner der faschistischen Freikorps waren führende Industrielle und Bankiers wie Stinnes und Thyssen. Kapp selbst saß im Aufsichtsrat der Deutschen Bank. Die SPD-geführte Regierung flüchtete nach Stuttgart.

Bewaffnete Arbeiterbataillone aufgestellt

Zwölf Millionen Arbeiter folgten dem Aufruf der Arbeiterparteien und Gewerkschaften zum bis heute einzigen politischen Generalstreik in der Geschichte Deutschlands.

Aufgrund bitterer Erfahrungen im Weltkrieg und der Novemberrevolution war der Masse der Arbeiter klar: Ein friedlicher Streik wird die faschistischen Militärs nicht an der Machtübernahme hindern. In ganz Deutschland entstanden bewaffnete Arbeiterbataillone. Der Roten Ruhrarmee im industriellen Zentrum Deutschlands schlossen sich bis zu 100.000 Berg- und Stahlarbeiter an.

Wichtige Lehren für die Zukunft

Gegen die bewaffnete Arbeiterklasse kamen die Putschisten nicht an. Doch nach ihrer Niederlage machten die nach Berlin zurückgekehrten SPD-Führer gemeinsame Sache mit den faschistischen Freikorps. Sie ließen ihnen freie Hand, gegen die bewaffneten Arbeiter vorzugehen. Im Auftrag der Regierung fiel schließlich die Reichswehr im Ruhrgebiet ein. Der konterrevolutionären Gewaltorgie fielen mindestens 2.000 Menschen zum Opfer.

Beim Gedenken an die heldenhaften Taten der Märzkämpfer geht es vor allem auch darum, Lehren aus den damaligen Kämpfen zu ziehen - für den erneut notwendigen Aufbau einer breiten Einheitsfront gegen Faschismus und Krieg sowie für den Kampf um eine sozialistische Zukunft.