GELSENKIRCHEN: Drei unvergessliche Tage zu 40 Jahre MLPD

Am Sonntag gingen drei begeisternde Tage der Feierlichkeiten zu 40 Jahre MLPD zu Ende. Rund 3.000 Besucher ließen es sich nicht nehmen selbst dabei zu sein. Auch aus dem Ennepe-Ruhr-Kreis waren rund 50 Besucher begeisternd vor Ort dabei. Höhepunkt war am Samstag wo insgesamt 1.500 Menschen das Highlight der Enthüllung einer Marx-Statue verfolgten - direkt neben der bereits vor dem Willi-Dickhut-Haus stehenden Lenin-Statue.
GELSENKIRCHEN:  Drei unvergessliche Tage zu 40 Jahre MLPD

Mit dem Künstler Rainer Günther, der MLPD-Vorsitzenden Gabi Fechtner und dem Leiter des theoretischen Organs der MLPD, Stefan Engel (rf-foto)

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Bei dieser dreitägigen Bombenveranstaltung konnte einem wirklich das Herz aufgehen.

Wenn jemand feiern kann, dann die MLPD

Die MLPD stellte mal wieder unter Beweis: Wenn sich jemand aufs Feiern versteht, dann sind es ihre Genossinnen und Genossen gemeinsam mit vielen anderen Freunden und Weggefährten. Unverbrüchliche Solidarität, Organisationstalent, Liebe zum Detail, professionelle Kultur, tatkräftiger und schöpferischer Einsatz einer Vielzahl von Menschen - das alles war bei diesem riesigen Gemeinschaftswerk gefordert und wurde eingelöst.

Das reichte vom minutiösen Planungsprozess, der Öffentlichkeitsarbeit oder auch persönlichen Einladung zur Mobilisierung an den Orten - über die Brigaden und Bautrupps zum Aufbau, die Installation der Elektrik, die liebevolle Gestaltung der Stände, die Zubereitung der leckeren Essensspezialitäten - bis hin zu den Ordnerinnen  und Ordnern, den Übersetzerinnen und Übersetzern oder auch den Betreuern der zahlreichen internationalen Gäste. Hier wurden alle Potenziale zur Entfaltung gebracht, um etwas Unvergleichliches auf die Beine zu stellen. Alles selbst organisiert auf der Grundlage selbstlosen Einsatzes. Welch Unterschied zu den bürgerlichen Parteien, die dafür meist Eventfirmen engagieren und doch nur tröge Veranstaltungen auf die Beine stellen!

Es bildete zugleich den Rahmen für eine streitbare kritische und selbstkritische Diskussion bei zahlreichen Diskussionsveranstaltungen mit internationaler Beteiligung. Von einem solchen Event geht damit zugleich eine wichtige Überzeugungskraft aus, dass es möglich ist, nicht nur mit mächtigen Gegnern fertig zu werden, sondern auch ein sozialistisches Gesellschaftssystem zukünftig erfolgreich aufzubauen.

Begeisterndes Jugendkonzert

Der Vortag ging zu Ende mit einem begeisternden Konzert und Fest, wie es der gegenüberliegende Josef-Büscher-Platz noch nicht erlebt hatte. Schon die Band "Karlsrock" aus Karlsruhe riss die Leute mit und feuerte die Feierlaune kräftig an. Die Rotfüchse trugen ein neues Lied zum Thema Frieden und Freiheit vor. Es folgte der gemeinsame Auftritt von Mitgliedern der Bands "Gehörwäsche" und "Los Pueblos".

Doch nicht genug damit: Die Dramaturgie des Abends steigerte sich zu einem Feuerwerk der "Überraschungen". Da wurde auf der großen Leinwand ein Film zu 40 Jahre MLPD mit zum Teil bisher unbekanntem Filmmaterial gezeigt, der die Geschichte des Parteiaufbaus vor allem jüngeren Teilnehmern lebendig näherbrachte. Dann heizte eine Trommelgruppe ein, gefolgt von einer Feuershow mit Fackeljonglage und zum Abschluss einem fantastischem Feuerwerk bis eine Minute vor Zwölf. Anschließend wurde noch im Kultursaal weitergefeiert, wo man sich unter anderem bei Bratwürsten für eine längere Nacht stärken konnte.

Feiern und Bewusstseinsbildung in Kombination

Wie die MLPD Feste und Feiern mit Bewusstseinsbildung verbindet, dafür stand exemplarisch die Veranstaltung mit Stefan Engel "Theoretische Arbeit als Rückgrat des Parteiaufbaus" am Sonntag Vormittag. Der Kultursaal füllte sich mit bis zu 500 Menschen - unter anderem Gästen aus 28 anderen Ländern, so dass erst mal niemand mehr reingelassen werden konnte. Aber auch draußen standen Übertragungslautsprecher und Sitzgelegenheiten zur Verfügung.

Stefan Engel, 37 Jahre Parteivorsitzender und seit 1988 Leiter der Redaktion REVOLUTIONÄRER WEG, führte in einem schnellen, aber lehrreichen Ritt durch die Geschichte des Parteiaufbaus der MLPD in enger Einheit mit der Entstehung des Systems ihres theoretischen Organs. Für den Vordenker und Mitbegründer der MLPD, Willi Dickhut, war klar, dass als eine Schlussfolgerung aus der revisionistischen Entartung der ehemals kommunistischen Parteien die Ausarbeitung einer ideologisch-politischen Linie auf der Grundlage des Marxismus-Leninismus unerlässlich war und dass begründet werden musste, warum der Neuaufbau einer revolutionären Arbeiterpartei auf der Tagesordnung stand.

Von Anfang an war die dialektische Einheit von Theorie und Praxis die Leitlinie von Parteiaufbau und Ausarbeitung der ideologisch-politischen Linie. Inzwischen gibt es in der MLPD keine Parteigruppe, in der nicht die dialektische Methode trainiert und angewandt wird. Mit der Herausgabe der Ausgaben 20/21 zu "Strategie und Taktik im Klassenkampf" war die erste Phase der theoretischen Arbeit der MLPD bzw. ihrer Vorläuferorganisation KABD abgeschlossen.

Riesiges Interesse an der theoretischen Arbeit der MLPD

Nach der Parteigründung folgten "Krieg und Frieden und die sozialistische Revolution", "Krisen und Klassenkampf" und weitere wichtige Schriften. Der REVOLUTIONÄRE WEG 26 "Der Kampf um die Denkweise in der Arbeiterbewegung" leitete die dritte Phase der theoretischen Arbeit ein und ermöglichte, die ganze Parteiarbeit auf die Grundlage der proletarischen Denkweise zu stellen. Denn mit einer kleinbürgerlichen Denkweise kann man keine revolutionäre Partei aufbauen.

Die Internationalisierung der Produktion erfordert auch die Internationalisierung des Klassenkampfs - mit den Ausgaben 29 bis 35 der Schriftenreihe wurden hierfür wesentliche theoretische Grundlagen gelegt. Das fünfteilige Werk "Die Krise der bürgerlichen Ideologie und die Lehre von der Denkweise" - zwei Teile sind bereits erschienen - entwickelt die Linie der MLPD in dieser wesentlichen Frage weiter.

Im System REVOLUTIONÄRER WEG ist natürlich die ideologisch-politische Linie der MLPD ausgearbeitet. Teile davon wurden bereits in elf Sprachen übersetzt und in 60 Ländern vertrieben. Wie in einem Brennglas zeigten die Diskussionsbeiträge von Genossinnen und Genossen aus dem Kongo, aus Bangladesch, aus Argentinien, aus Nepal ..., was für ein riesiges Interesse in der internationalen marxistisch-leninistischen und Arbeiterbewegung an der theoretischen Arbeit in Wechselwirkung mit dem nationalen Parteiaufbau und der Vorbereitung der internationalen sozialistischen Revolution besteht.

Musikalische Reise durch 40 Jahre MLPD

Parallel zur Veranstaltung mit Stefan Engel gab es Kultur auf der Kleinkunstbühne unter anderem mit dem Zirkus Rebellini und der kurdischen Gruppe "Kulilken Ciya". Ihre Musik riss viele zum Mittanzen mit. Der Jugendverband REBELL hatte mit befreundeten Musikern seit dem Sommercamp eine "Musikalische Reise durch 40 Jahre MLPD" geübt. Mit 30 verschiedenen Liedern und liebevoll gestalteten Details sowie Spielszenen war es ein gelungener Höhepunkt der kulturellen Darbietungen – es wurde mitgesungen, geschunkelt und gelacht. Die musikalische Reise regte aber auch zur Nachahmung an. Beteiligte nahmen sich vor: „Das machen wir mal als Liederabend zuhause!“

In der Garage gab es Filmvorführungen. Eine Kinogängerin schaute sich den Film „25 Jahre MLPD“ an: „Interessant, wie die Menschen über ihre Kämpfe berichtet haben. Man kann die Kleinarbeit im Betrieb nachvollziehen, die oft in unspektakulären kleinen Auseinandersetzungen und Kämpfen besteht.“ 

"Ich hätte da noch ein paar Fragen ..."

In insgesamt acht Gesprächsrunden war auch heute wieder für viele Anliegen etwas dabei. Da ging es um die Umweltpolitik der MLPD, um ihre theoretische Arbeit, den Widerstand gegen die Politik der verbrannten Erde der RAG, den MLPD-Aufbau an Universitäten und Fachhochschulen, den Kampf gegen explodierende Mieten und Preise, aber auch um die Frage: "Warum braucht jeder die Rote Fahne?"

In der Gesprächsrunde "Mitglied der MLPD werden? Ich hätte da noch ein paar Fragen ..." wurden dieses Mal unter anderem Fragen zum Sozialismus gestellt, wie zum Beispiel: "Was macht man mit Leuten, die nicht arbeiten wollen, nur egoistisch nach sich schauen?", "Man braucht doch auch noch Anführer?", "Wo fließt das Geld im Sozialismus hin?" Sie wurden in der gemeinsamen Diskussion kompetent geklärt.

Gänsehaut-Momente bei Diskussion über Ukrainekrieg

Bei der Gesprächsrunde zum Ukrainekrieg saßen mehrere Teilnehmer aus Russland und der Ukraine auf dem Podium. Begeisternd war bei allen Differenzen im Einzelnen die Einheit darüber, dass es sich um einen von beiden Seiten ungerechten, imperialistischen Krieg handelt, und dass der Hauptfeind jeweils im eigenen Land steht. Das sorgte für Gänsehaut-Momente und unterstrich, dass es keine andere Partei als die MLPD gibt, die über solche revolutionären und kämpferischen internationalen Verbindungen verfügt. Ein Teilnehmer aus Emden honorierte das: "Ich bin seit heute Mitglied bei euch. Eure Positionen haben mich überzeugt."

Ein weiterer Höhepunkt war die Veranstaltung mit Vertretern des Zentralkomitees, die ausführten, warum "Die MLPD - die Arbeiterpartei des echten Sozialismus" ist. Die Parteivorsitzende Gabi Fechtner legte dar, wie die MLPD sich im Laufe der Jahrzehnte ihre heutige gesamtgesellschaftliche Rolle im Gegenwind der Herrschenden und ihres Antikommunismus erkämpft hat. Sie zog Bilanz, dass der Generationswechsel in der MLPD erfolgreich gelungen ist, und rief dazu auf, dass Jeder und Jede herausgefordert ist, an den zukünftigen großen Aufgaben auf dem Weg zur internationalen sozialistischen Revolution mitzuwirken.

"Diese Partei machen vor allem die Menschen in ihr aus"

Den krönenden Abschluss bildete die Ehrung von Genossinnen und Genossen, die mindestens 40 Jahre Mitglied sind und die MLPD in zentralen Aufgaben oder wichtigen Funktionen maßgeblich mitgeprägt haben. Otwin Herzig begründete das mit den Worten: "Wir ehren unsere verdienten Genossinnen und Genossen nicht als Ausdruck eines Veteranendünkels, sondern vor allem, weil die Jüngeren davon lernen können. Wir wollen nicht irgendwelche Karrieristen haben, sondern Leute, die einen selbstlosen Einsatz bringen. Diese Partei machen vor allem die Menschen aus, die sie aufgebaut haben und weiter aufbauen."

Eine Teilnehmerin im anschließenden Gespräch: "Es hat mich sehr beeindruckt, was da für ein Potential über so viele Jahre erwachsen ist." Eine andere resümierte: "Ich bin seit gestern hier und ich finde es sehr eindrucksvoll, was hier abläuft. Die ganzen Leute hier, die spannenden Diskussionen. Ich bin ja gar nicht Mitglied bei euch. Ich bin bei den Linken, mache mit bei den Montagskundgebungen. Ich habe mir auch ein Programm von euch geholt. Ich finde euch sehr sympathisch."

"Resonanz im Stadtteil sehr, sehr positiv"

Über das Echo im Stadtteil berichtet ein Anwohner: "Gestern war ich bei dem Konzert auf dem Büscherplatz und da habe ich viele Leute aus dem Stadtteil hier gesehen, die sagten: Das habt ihr gut gemacht, ganz klasse. Dann kam noch ein Kollege, der sonst immer etwas moppert. Jetzt meinte er – ja, da habt ihr was aufgezäumt, da bin ich ja schwer beeindruckt. Ich sagte ihm nur: Das machen wir immer. Die Resonanz von den Leuten hier im Stadtteil war sehr, sehr positiv."

Beachtlich ist auch das Medienecho. So berichtet der "Spiegel": "Die Marxistisch-Leninistische Partei Deutschlands (MLPD) hat am Samstag vor ihrer Zentrale in Gelsenkirchen eine Statue des Ökonomen, Philosophen und Gesellschaftstheoretikers Karl Marx (1818-1883) enthüllt. ... 'Marx und Lenin gehören zusammen', erklärte die Parteivorsitzende Gabi Fechtner laut einer Mitteilung. 'Ab dem 27. August sind wir mit einer Marx- und einer Lenin-Statue sozusagen komplett.' ... Die Enthüllung der Marx-Statue wollte die Stadt Gelsenkirchen nicht kommentieren." (Mehr dazu)

Videobericht vom Sonntag:

https://www.rf-news.de/videos/40-jahre-mlpd-bericht-vom-dritten-tag

Videobericht und Livestream vom Samstag:

https://www.rf-news.de/videos/grosser-festakt-zu-40-jahren-mlpd-mit-enthuellung-einer-karl-marx-statue-am-lenin-denkmal

Videobericht vom Freitag:

https://www.rf-news.de/videos/40-jahre-mlpd-bericht-vom-ersten-tag