Gib Antikommunismus, Rassismus, Faschismus und Antisemitismus keine Chance!

Die MLPD in Witten ist neben vielen anderen auch gelegentlicher Nutzer des Treff International in der Bahnhofstr. 70 in Witten. Diese Woche klebte ein Aufkleber an der Tür wo u.a. Mao Zedong, Stalin als "Antisemiten" verleumdet werden. Wir können diese Art von verlogenen und antikommunistischen Exzesse nur sogenannten "Antideutschen" Leuten zuordnen, die gebetsmühlenartig besseren Wissens immer wieder der MLPD Antisemitismus unterstellen. Steriotype Wiederholung oder Aufkleber macht dies nicht wahrer und ihre Verbreiter outen und betätigen sich offen als Spalter in der antifaschistischen und sozialistischen Bewegung. Nachfolgend wollen wir dem mal mehr auf den Grund gehen: ...

Gib Antikommunismus keine Chance

Der MLPD wird immer wieder vorgehalten, dass Sie die „Zeit des "Großen Terrors" in der Sowjetunion unter Stalin gerechtfertigt“ habe. Man kann zur Person Stalin unterschiedlicher Auffassung sein. Die MLPD hat eine differenzierte Beurteilung dazu. Aber die Zeit in der Sowjetunion unter Stalins Führung pauschal als „Großen Terror“ zu verunglimpfen, ist interessengeleitete Geschichtsklitterung ...

Nach Ihrer „Logik“ müsste man konsequenterweise jeden Kommunisten in den dreißiger und vierziger Jahren mit dem Bannstrahl des Antikommunismus belegen – denn sie waren alle Anhänger des sozialistischen Aufbaus unter Stalin. Selbstverständlich auch Ernst Thälmann!I

In der bürgerlichen Geschichtsklitterung wird mit der Totalitarismustheorie immer wieder versucht den Kommunismus mit dem Faschismus und Stalin mit Hitler gleichzusetzen. Heute wird dazu der Vorwurf des „Antisemitismus“ für den modernen Antikommunismus instrumentalisiert. Tatsache ist, dass Stalin den Antisemitismus „als extreme Form des Rassenchauvinismus“ bezeichnete: „Darum sind die Kommunisten als konsequente Internationalisten unversöhnliche und geschworene Feinde des Antisemitismus.“

Lenin und Stalin war bewusst, dass die im Zarismus geförderten nationalistischen und antisemitischen Einflüsse mit der Oktoberrevolution nicht einfach verschwunden waren. Beide führten einen konsequenten Kampf dagegen. In der Partei der Bolschewiki gab es einen großen Anteil von Mitgliedern jüdischer Herkunft. Es war Trotzki, der in seinem Hass auf Stalin 1937 die Verleumdung über Stalins angeblichen Antisemitismus in die Welt setzte.

Der deutsche Schriftsteller Lion Feuchtwanger, der sich als Jude auf der Flucht vor dem Hitler-Faschismus befand, schrieb dagegen im gleichen Jahr in seinem „Reisebericht“ aus Moskau: Endlich sei „die uralte, leidige und scheinbar unlösbare Judenfrage“ gelöst. „Bewegend ist die Einhelligkeit, mit der die Juden, denen ich begegnete, betonten, wie einverstanden sie seien mit dem neuen Staatswesen. Früher waren sie Geächtete gewesen, Verfolgte, Leute ohne Beruf, deren Leben keinen Sinn hatte, ‚Luftmenschen‘; jetzt waren sie Bauern, Arbeiter, Intellektuelle, Soldaten und erfüllt von Dank für die neue Ordnung.“

Bis zum Tod Stalins befanden sich unter seinen engsten Mitarbeitern nicht wenige Juden. Die Sowjetunion sprach sich nach dem faschistischen Massenmord an Juden und ihrer Diskriminierung in den imperialistischen Ländern im Mai 1947 vor der UNO für die „Gründung eines unabhängigen, dualen, demokratischen und homogenen arabisch-jüdischen Staates“ auf dem Gebiet Palästinas aus. Da dies keine Mehrheit fand, unterstützte sie die „Teilung des Landes in zwei unabhängige, autonome Staaten, einen jüdischen und einen arabischen“.

Die Sowjetunion war dann auch der erste Staat der Israel völkerrechtlich anerkannt hat. Sie hatte die Hoffnung, dass das 1948 gegründete Israel eine Politik der Neutralität verfolgen würde.

Durch eine enge Bindung an den US-Imperialismus und eine zionistische Expansionspolitik der israelischen Regierung sowie die damit verbundene Vertreibung Hunderttausender Palästinenser trat jedoch das Gegenteil ein

Als zweites „Argument“ wird die kritische Haltung von MLPD und Internationalistischem Bündnis zur israelischen Regierung ins Feld geführt. Die MLPD und das Internationalistische Bündnis haben noch nie das Existenzrecht eines Staates Israel in Frage gestellt.

Es muss zum demokratischen und antirassistischen Grundkonsens gehören, dass man Antisemitismus bekämpft - und gerade deshalb auch jede rassistische Politik ablehnt: So wie sie z.B. Mohdi in Indien gegen Muslime, Trump gegen Schwarze, aber auch die israelische Netanjahu-Regierung gegenüber den Palästinensern betreibt ... Daran kann auch nichts ändern, dass es eine demagogische Kampagne ausgehend von ultrareaktionären israelischen Regierungskreisen gibt, die jeden mit dem Bannstrahl des Antisemitismus belegt, der diese Politik kritisiert.

In einer Zeit, in der im Kampf gegen die Rechtsentwicklung der Regierung, der bürgerlichen Parteien und gegen neofaschistische Hetze, Terror und neofaschistische Morde der breite überparteiliche antifaschistische Zusammenschluss ganz oben auf der Agenda steht, beschneiden solche Akteure drastisch  die notwendige Breite des Zusammenschlusses ausgerechnet von Antifaschisten.

Wem dienen sie dabei ? Das sollten sich solche Kräfte selbst fragen.

Wir beobachten mit Sorge, dass schon seit längerer Zeit in bürgerlich geführten antifaschistischen Gedenkstätten eine Strömung zunehmend dominierend wird, die diese in eine Spielart des Antikommunismus verwandelt. Es werden oft nur noch die jüdischen Opfer genannt und die Kommunisten (selbst sehr viele Juden) verschwiegen oder gar zu Mitschuldigen gemacht. Dazu gehört auch, wenn aus den Buchläden kommunistische Schriften etwa der inhaftierten Kommunisten verbannt und stattdessen antikommunistische Machwerke a la Solchenyzin verkauft werden. Oder wenn die Bestrafung der Faschisten nach 1945 durch Inhaftierung mit den von den Faschisten betriebenen Konzentrationslagern gleichgesetzt wird. Das wurde bereits Anfang der 90er Jahre durch viele ehrliche Antifaschisten kritisiert (siehe u.a. www.taz.de/!1674056/?gomobile2=1560384000000). 

Auch hier gilt: Wehret den Anfängen!

Gib Antikommunismus keine Chance!

Gib Antikommunismus, Faschismus, Rassismus und Antisemitismus keine Chance!

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