Kämpferische 1. Mai-Kundgebungen in Witten und in Hattingen

Stolz und Zuversicht streuten die 1. Maikundgebungen in Witten und in Hattingen aus. Der DGB hatte in beiden Städten die sonst üblichen Kundgebungen abgesagt. Während er bundesweit vielerorts nur auf ihren online-live-stream verlief, wurden seitens des DGB im Kreis Funktionäre zu einer Auto-Kino-Veranstaltung im Hof von AVU in Gevelsberg eingeladen. Die Veranstalter in Witten und in Hattingen liesen es sich aber nicht nehmen den 1. Mai wie international üblich auf der Straße zu begehen. Das Interesse war groß - trotz antikommunistischer Anfeindungen oder Warnungen sich bei Kundgebungen der Ansteckung aus zu setzen. Völliger Quatsch, darin waren sich alle Teilnehmer einig: Korrespondenten aus Witten und Hattingen berichten darüber ...

Gänsehaut bei Rede des schwerkranken Zülfü

70 Teilnehmerinnen und Teilnehmer folgten dem Aufruf des Internationalistischen Bündnis und AUF-Witten zur mit besonderen Auflagen belegten, außergewöhnlichen Corona-Pandemie geprägten 1. Mai-Kundgebung.

Neben den Veranstaltern waren Kolleginnen und Kollegen mit Fahnen der IG Metall, ver.di, der Linkspartei, Frauenverband Courage, einige Migranten-Kollegen sowie einige anarchistische Vertreter dabei. Selbstverständlich war auch der Jugendverband REBELL und die MLPD vertreten. Aus allen Altersklassen von 10 bis Mitte 90.

Einige betonten, dass sie erst recht aufmerksam durch den WAZ-Artikel vom Vortage mit der Überschrift "Die MLPD steckt hinter der 1. Mai-Kundgebung" wurden. Der Versuch in dem Artikel "mit Stalins Säuberungen" die Leute abzuhalten scheiterte kläglich.

Spürbar war der Stolz der Teilnehmerinnen und Teilnehmer, sich nicht das Demonstrationsrecht nehmen zu lassen. Eine besondere Würdigung erhielt der bekannte Wittener kurdische Internationalist Zülfü Altunok. Er trug trotz schwerer Erkrankung Worte der Solidarität und des Dankes am Mikrofon bei.

Die Redebeiträge nahmen die kapitalistische Realität ins Visier und forderten zum gemeinsamen Kampf heraus. Ein Kollege stellte am Mikrofon seinen Mitgliedsantrag für AUF-Witten. Mit vielen waren wir uns einig, dass dies nicht die letzte Aktion war.

Instrumentale Liedbeiträge – weil der Mundschutz nicht abgenommen werden durfte - vom Einheitsfrontlied bis zur Internationale als Abschluss rundeten die kämpferische Stimmung ab.

 

 

 

In Hattingen steht niemand alleine!

50 Menschen – zwanzig Teilnehmer auf den ausgewiesenen Plätzen und ca. 30 am Rande – folgten der Kundgebung auf dem Hattinger Untermarkt. Sie war gut organisiert, kämpferisch, vielseitig und lebendig.

Eine Bandbreite von Gewerkschaftern, v.a. der IG Metall, aber auch von ver.di, Frauen des Frauenverbands Courage, zwei Stadträte der Linkspartei (aus Sprockhövel und Hattingen), viele Freunde der MLPD sowie MLPD-Genossinnen und -Genossen selber verkörperten mit Stolz den kämpferischen, internationalistischen und zukunftsorientierten Gehalt des 1. Mai.

Fast 100 Euro wurden für die Kundgebung gespendet. Der Erfolg ist eine einzige Blamage für den DGB-Vorstand und die Bundes- und Landesregierung, die den 1. Mai 2020 unter dem Corona-Vorwand von der Straße bannen wollten. Auch die Vorstände der örtlichen Linken und der DKP haben sich ins Abseits gestellt, die aus antikommunistischen Motiven die 1. Mai- Kundgebung boykottierten.

Die örtlichen Bündniskräfte dagegen sind gestärkt. Die Initiative der MLPD zu dieser Kundgebung wurde ausdrücklich gewürdigt. Jetzt kommt es darauf an, die Verbindungen als auch die MLPD-Kräfte weiter zu stärken. Auffällig war, dass weder die örtliche Polizei noch das Ordnungsamt der Mai-Kundgebung Steine in den Weg legten.