Krieg in Nahost - gefährliches Spiel mit dem Feuer des III. Weltkrieg
Ein Blick in die Geschichte zeigt, wie gefährlich solche Konstellationen sind. 1979 wurde der Schah durch eine breite revolutionäre Bewegung gestürzt, in der linke, säkulare und islamische Kräfte gemeinsam kämpften. Khomeini kehrte aus dem Exil zurück und ließ genau jene linken und demokratischen Kräfte, die mitgeholfen hatten, das alte Regime zu stürzen, als erste zerschlagen. Die Hoffnungen eines großen Teils der Bevölkerung wurden in eine neue Diktatur unter religiöser Flagge verwandelt.
Heute erleben wir erneut mutige Aufstände im Iran – getragen von Frauen, Jugendlichen, Arbeiterinnen und Arbeitern, die für „Frauen, Leben, Freiheit“ und wirkliche Demokratie auf die Straße gehen. Diese Menschen brauchen unsere Solidarität, aber keine ausländischen „Paten“, die im Hintergrund bereits an einem Regime basteln, das ihren eigenen geostrategischen und ökonomischen Interessen dient. Wer eine ganze Region an den Rand eines Flächenbrandes treibt, zeigt damit, dass ihm weder das Leben noch die Freiheit der Menschen viel wert sind.
Deshalb gilt: Ja, die Mullahs müssen weg – aber die iranische Opposition darf sich nicht vor den Karren Trumps oder Netanjahus spannen lassen. Statt Bomben und Drohungen braucht es das Ende der Angriffe, das Zurückfahren der Eskalation und die Unterstützung dafür, dass sich im Iran selbst eine eigenständige, demokratische und sozialistische Opposition entwickeln kann. Nur so entsteht eine Alternative, die wirklich den Menschen im Iran verpflichtet ist – und nicht den Machtinteressen fremder Staaten.
3.3.26 Achim Czylwick
