Leserbrief zum WAZ-Artikel vom 27.11.2024 "Rettungsplan für ZF: "Es wird nicht ohne Schmerzen gehen"
Welchen Grund haben die Beschäftigten, sich dieser Profitlogik zu unterwerfen, klein beigeben und sich die "Schmerzen" antun, hunderte Arbeitsplätze und den dazugehörenden Existenzen der Familien zu opfern. Arbeitsplätze die der Jugend von morgen fehlen. Das vom ZF-Betriebsrat vorgelegte Konzept ordnet sich den Konzernplänen unter und folgt letztlich einem "kleinerem Übel". Meine fast 50 Jahre Erfahrungen als aktiver Gewerkschafter bestätigen mir was anderes: "Gibst du heute den kleinen Finger, nehmen sie morgen die ganze Hand." Der Kapitalismus ist zwischenzeitlich an einem Punkt angekommen wo die ihm anhaftende Gier nach Maximalprofite zur massenhaften Arbeitsplatzvernichtung führt. In kapitalistischer Manier wälzen internationale Monopol-Konzerne wie ZF, VW, Ford, Bosch, Thyssen/Krupp, DEW, Pilkington, .... und Dutzende weitere, ihre Krisenlasten, Konkurrenzdruck, etc alles auf die Masse der Beschäftigen ab. Die letztendliche Ursache liegt also bei allen im Kapitalismus selbst. Helfend und notwendig ist da eher ein massenhafter Protest gegen die Angriffe auf Arbeitsplätze und Lebensituation der Beschäftigten und die Organisierung der praktischen Solidarität mit den betroffenen Beschäftigten in allen Betrieben. Vor 20 Jahren legten die Bochumer Opelaner mit einem selbstständigen Streik das Bochumer Werk für 7 Tage still, besetzten alle Tore und erreichten mit großer und weltweiter Solidarität, gegen den GM-Konzern, dass das Werk noch weitere 10 Jahre produzierte. Dieser Bochumer Weg ist eine mögliche Option.
Heinz Vöhringer, Witten
