Protestdemonstration der Ruhrkumpels in Bottrop! Das geht uns alle an.....

Aufruf zur Auftaktkundgebung am 15. Juni 2019, um 11 Uhr: Prosperstraße/Ecke Ostring. 11.30 Uhr: Demonstration durch Bottrop-Batenbrock. 12.30 Uhr: Abschlusskundgebung auf dem Berliner Platz. "Jetzt nachlegen! ... und am Samstag die Kräfte gegen die RAG¹-Politik der verbrannten Erde bündeln""250 Kumpels, ihre Familien und Unterstützer zogen kämpferisch in Arbeitskleidung mit Trillerpfeifen und 'Glück auf, der Steiger kommt' von Prosper 2 zur 'Agentur für Arbeit'." So leitet die brandaktuelle Ausgabe der Zeitung der Bergarbeiterbewegung in Deutschland "Vortrieb", den Leitartikel ihrer aktuellen Ausgabe zur Bergarbeiterdemonstration, die am 11. Juni in Bottrop stattfand, ein.

Weiter schreibt die Zeitung: "Sie protestierten gegen die betriebsbedingten Kündigungen durch die RAG. Die Demonstration hatten die Nicht-APG-Berechtigten (nichtanpassungsberechtigte Bergleute - Anm. d. Red.) selbständig organisiert. Rechtsanwalt Daniel Kuhlmann war ihr Anmelder. 'Von wegen, keiner fällt ins Bergfreie. Nach 30 Jahren Zechenmaloche zum Arbeitsamt", stand auf zig Schildern.

Die RAG hat wohl geglaubt, still und heimlich den Tabubruch offener Massenentlassungen durchziehen zu können. Sie wurde eines besseren belehrt. Von wegen 'die Sache ist gelaufen'. Der Kumpel kann noch kämpfen! Und er hat die Solidarität der Bevölkerung. Die Daumen gingen hoch, es wurde gehupt und geklatscht. Es ging ans Herz, dass der kleine Sohn eines Bergmanns sagte: 'Wir lassen uns nicht wie Kaugummi ausspucken.' Es machte wütend, als ein Bergmann erzählte, dass ihm nur 27 Tage zur Anpassung fehlen. Sogar ein Bergarbeiter aus dem Diamant-Bergbau im Kongo, Mitglied in der Internationalen Bergarbeiterkoordinierung, überbrachte Grüße. Unterstützung kam von aktiven und ehemaligen Kumpels, vom Vortrieb, von Kumpel für Auf und von Kolleginnen und Kollegen der MLPD. Denn das ist eine Auseinandersetzung von größter politischer und bundesweiter Bedeutung! Jeder muss wissen, wie die RAG mit den Kumpels umgeht.

Soll das eine Blaupause für andere Betriebe sein? Die Lüge von 'Keiner fällt ins Bergfreie' entlarvt der Vortrieb seit Jahrzehnten und organisiert den Kampf dagegen. Vor einer Woche titelte er über dem Aufruf zur Demonstration am Samstag: 'Damit darf die RAG nicht durchkommen.' Dieser Aufruf wurde mit der Demonstration am Dienstag auf die Straße getragen.

Jetzt wird diskutiert, wie es weitergeht. Denn alle waren sich einig: Es wird so lange gekämpft, bis die Kündigungen vom Tisch sind. Wie kann diese Bewegung also noch stärker werden; wie können wie siegen? Nur wenn wir die Kräfte all derjenigen Bündeln, die noch eine Rechnung mit der RAG offen haben.

In diesem Sinne wird am Samstag, 15. Juni, von Kumpels zusammen mit Kumpel für Auf und Vortrieb eine große Demonstration in Bottrop vorbereitet. Damit wird nachgelegt. Dabei sein werden natürlich die betroffenen Nicht-APG-Berechtigten im Kampf gegen ihre Entlassungen. Außerdem Einwohner und Bürgerinitiativen wie die aus Marl, die wegen dem Giftmüll unter Tage gegen die Flutung der Zechen kämpfen und vor einer regionalen Trinkwasserkatastrophe warnen. Jugendliche der FFF-Umweltbewegung². Die Bergbau-Rentner, denen das Deputat geklaut wird. Die von den Mieterhöhungen betroffenen Mieter der ehemaligen Bergbauwohnungen. Und nicht zuletzt Arbeiter aus dem Stahl-Bereich und der Autoindustrie, die vor ähnlichen Auseinandersetzungen stehen. So wird eine Massenbewegung entstehen! Jeder im Ruhrgebiet ist auf die eine oder andere Weise betroffen. So werden wir eine starke und der RAG überlegene Kraft!

Dass einzelne auf der Demo am Dienstag, 11. Juni, aggressiv verhindern wollten, dass Organisationen wie Kumpel für Auf und die MLPD dabei sind und ihre Solidarität überbringen, muss als Spaltungsmanöver kritisiert werden. Natürlich gibt es verschiedene Weltanschauungen, politische Meinungen oder Religionen. Aber wenn Meinungsverschiedenheiten in anderen Fragen dem gemeinsamen Anliegen übergeordnet werden, verhindert das, dass alle Kräfte zusammenkommen. Spaltung schwächt den gemeinsamen Kampf. Da wo wir uns einig sind, müssen wir zusammenstehen. Außer Faschisten, die die größten Spalter sind. Ein Kumpel erinnerte am Ende der Demonstration an den Streik 1997. Die schärfste Waffe der Kumpel ist heute der Streik - der tut der RAG erst richtig weh und würde in ganz Deutschland Schlagzeilen machen. Darüber fing eine Diskussion an. Eine Aktivistin des selbständigen Streiks bei Opel 2004 berichtete, wie die Arbeiter selbst über den Streik abgestimmt haben. Dass eine Streikkasse eingerichtet wurde, damit die Familien weiter leben können. Dass es riesige Solidarität gab. Auf in die nächste Runde! Wir sehen uns am Samstag!"

Kommt alle zur 2. Protestdemonstration der Ruhrkumpels in Bottrop!

Auftaktkundgebung am 15. Juni 2019, um 11 Uhr: Prosperstraße/Ecke Ostring. 11.30 Uhr: Demonstration durch Bottrop-Batenbrock. 12.30 Uhr: Abschlusskundgebung auf dem Berliner Platz.

Hier gibt es das Flugblatt der MLPD zum Thema

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