Solidaritätserklärung an die Belegschaft von PZW Witten

Liebe Kolleginnen und Kollegen, Kaltschnäuzig wurde das endgültige Aus der Produktion bei euch angekündigt und vollzogen. Nach Insolvenz vor einem Jahr soll nun der gesamte Standort platt gemacht werden. 240 Arbeitsplätze und im Zuge dessen auch genau so viel Familien sind betroffen. Nach jahrelanger harter und hochqualifizierter Arbeit für diese Herren bekommt ihr einen Tritt: 'Danke und Tschüss'. Das kann nicht hingenommen werden!.... So beginnt die Solidaritätserklärung der MLPD Ennepe Ruhr an die Kolleginnen und Kollegen von PZW in Witten.
Solidaritätserklärung an die Belegschaft von PZW Witten

Foto: Streikende Bergleute

weiter heißt es:

Die MLPD erklärt sich uneingeschränkt solidarisch mit Betriebsrat und der Belegschaft, wie aber auch mit eurem Kampf gegen diese Pläne vorzugehen.

Seit Jahren wurde die Belegschaft verkleinert. Angeblich 'sozialverträglich' schieden Ältere aus, junge Kolleginnen und Kollegen kamen meist nur als Leiharbeiter herein, die Ausbildung wurde fast eingestellt. 2018 wurde nach der Gallade-Pleite die PZW-Gründer als Retter dargeboten.

Vor dem Hintergrund des verschärften weltweiten kapitalistischen Konkurrenzkampfs platzt jetzt der Schein der 'Sozialverträglichkeit', wie auch in anderen Betrieben. Waren es denn nicht auch u.a. Daimler und VW, die ihre Profitgier im mörderischen internationalen Konkurrenzkampf auf Zuliefererbetriebe wie PZW abwälzten?

Gerade in der Automobilindustrie stehen im Zuge der strukturellen Veränderungen bis zu 100.000 Arbeitsplätze allein in Deutschland auf der Abschussliste. Weiter bei - Siemens, Thyssen-Krupp ... Im Bergbau wehren sich aktuell 200 Kumpel gegen ihre Kündigung; bei Tengelmann in Mülheim soll es ca. 200 betriebsbedingte Kündigungen geben; 150 Arbeitsplätze bei Kronenbrot in Witten....

Es ist an der Zeit, dass die Arbeiterinnen und Arbeiter und Angestellten gemeinsam dagegen vorgehen! Jeder Schritt zum Kampf bei Euch stärkt auch anderen Belegschaften den Rücken.

Scheinbar wäre nichts zu machen, es wäre kein Geld da. Selbst Sozialplan und Abfindungen werden ausgeschlagen. In dieser Situation ist die IG Metall als Kampforganisation gefordert. Statt sich in den Chor einzureihen, dass wenig Chancen bestehen, wäre es sinnvoller den Kampf um jeden Arbeitsplatz vorzubereiten. Solange produziert wird ist auch noch ein entscheidendes Faustpfand da.

Einer für alle und alle für einen! Das ist das stolze Motto der Menschen im Ruhrpott.

Wer kämpft kann verlieren – wer nicht kämpft hat schon verloren!

Der Kapitalismus zeigt täglich seine Unfähigkeit, den Menschen ein Leben in Würde zu gewährleisten. Nur der Maximalprofit zählt. Sollen wir, die diesen Reichtum erarbeiten, uns etwa mit der Rolle des Opfers abfinden?

Kampf um jeden Arbeitsplatz – für die Zukunft der Jugend!

Unsere Erfahrung und Solidarität ist euch dabei sicher.