Solidaritätserklärung an die Belegschaft von ZF Witten
Liebe Kolleginnen und Kollegen,
Von 14.000 Arbeitsplätzen will ZF in Witten mindestens 400 vernichten, letztlich droht die Schließung des ganzen Werks. Vor dem Hintergrund der anhaltenden und sich verschärfenden Krise der kapitalistischen Weltwirt-schaft fährt nicht nur der ZF-Konzern einen härteren Kurs und Angriffe auf Arbeitsplätze und damit auf die Existenz tausender Familien.
Weitgehende Angriffe auf Arbeitsplätze, auf übertarifliche und tarifliche Leistungen, Verlagerungen bis hin zu Betriebsstilllegung, ein Programm der Profitmaximierung! Bei der immer wieder verkündeten sogenannten „Wettbewerbsfähigkeit“ geht es um nichts anderes als Maximalprofit. Gegenüber euch gibt es Krokodilstränen einer hohen Verschuldung und Zinslast.
Berechtigt habt ihr Wut, Empörung, wie auch Enttäuschung über das Vorgehen von ZF. Über Wochen wurden Gerüchte gestreut um euch zu zermürben, Hoffnungen zu schüren oder die Suche nach einen persönlichen Ausweg zu verstärken. Die Politik der Spaltung ist immer eine Methode der Konzernbosse um zu verhindern, dass ihr den Kampf um jeden Arbeitsplatz aufnehmt. Genau davon hat die Konzernleitung eine Höllenangst, dass die Belegschaften im Konzern zum entschiedenen Protest übergehen. Nicht umsonst sagte ZF-Chef Klein in seiner Videobotschaft vorletzter Woche, die Kollegen sollen „verstehen, dass es hier nicht um einen Vorstand geht, der aus Profitgier Jobs abbaut.“ Aber um was denn sonst? Wollen die euch für dumm verkaufen, dass die Kollegen aus lauter Barmherzigkeit gegenüber den Bossen alles schlucken!
Die MLPD erklärt sich uneingeschränkt solidarisch mit der Wittener Belegschaft und im Konzern. Sie unterstützt vorbehaltlos den Kampf um jeden Arbeitsplatz und gegen Lohnkürzungen und organisiert die Solidarität.
Jeder Schritt zum Kampf bei Euch stärkt den anderen Belegschaften im Konzern den Rücken und anders herum genauso.
In der laufenden Tarifrunde geht es um die volle Durchsetzung der 7 % Forderung. Das ist ein klares Zeichen, dass es keinen Grund gibt weiter abzuwarten. Die ersten Proteste waren gut. Aber um die Arbeitsplätze und letztlich das Werk zu erhalten wird mehr nötig sein: ein konzernweiter selbstständiger Streik, bis ZF die Pläne zurück nimmt.
Wer kämpft kann verlieren – wer nicht kämpft hat schon verloren
Die 30-Stunden-Woche bei vollem Lohnausgleich als Konzern-vereinbarung ist eine zentrale Forderung, um Arbeitsplätze zu sichern und zu schaffen, auf Kosten der Profite.
Kampf um jeden Arbeitsplatz und Ausbildungsplatz – für die Zukunft der Jugend!
Unsere Erfahrung und Solidarität ist euch dabei sicher.
